Ausmisten & Entsorgen - Die Kraft der Befreiung

Ein Mensch in Deutschland besitzt statistisch 10.000 Dinge. Das ist viel, sehr viel. Einen Großteil der Dinge brauchen wir nicht, um unseren Lebensstandard zu halten. Trotzdem wollen die Dinge gepflegt, geordnet, einsortiert und gelagert werden. Unnötiger Ballast, von dem sich trotzdem viele Menschen nicht so leicht trennen können oder wollen.

 

 

Aber gerade diese Menge an Dingen ist eine der Hauptursachen für Unordnung. Diese Völle verlängert das Aufräumen und erschwert die Überwindung endlich anzufangen. Sie verursacht den bekannten Gedanken: Wo soll ich anfangen?

Hier erfährst Du, wie effizientes Ausmisten funktioniert und welche Schritte dabei entscheidend sind.


Schritt 1

Entscheide Dich für einen Raum, den Du ausmisten möchtest. Ein ganzer Raum hat den Vorteil, dass Du deine Erfolge am Ende sehen und spüren kannst. Ein einzelner Schrank ist zu wenig und die Aufteilung in solche kleine Häppchen ist wegen der nötigen Zeit der Vorbereitung nicht effizient. Eine ganze Wohnung oder Haus ist wiederum zu viel, um es in einem Rutsch zu schaffen. Ein Zimmer ist perfekt. Es ist meistens an einem Vormittag (je nach Größe) gut zu schaffen und die Ergebnisse motivieren weiter zu machen.

 

Schritt 2

Fotografiere mit deinem Smartphone den Ist-Zustand. Es müssen nicht viele Fotos sein, aber fotografiere auf jeden Fall die größten Baustellen und den Raum als Ganzes. Nach dem Ausmisten machst Du von diesen Stellen erneut Fotos. Diese vorher-nachher Aufnahmen werden Dir den Unterschied verdeutlichen. Zusätzlich kannst du in einigen Monaten deine Nachher-Fotos mit dem Raum wieder vergleichen und entscheiden, ob es angebracht wäre, diesen Blogartikel noch einmal zu lesen. :)

 

Schritt 3

Bereite dich vor: 

  • Trage Dir das Datum für das Ausmisten in deinen Kalender ein - damit wird es verbindlich. 
  • Erkundige Dich, wo Du Dinge entsorgen kannst (auf der Homepage der städtischen Entsorgungsbetriebe). 
  • Besorge Dir Behälter (Tüten, Kartons, Boxen) für folgende Dinge: 
    • Müll (jeweils: Altpapier, Plastikmüll, Restmüll, evtl. Elektrogeräte) 
    • Erinnerungsstücke (willst du auf jeden Fall behalten)
    • Flohmarkt oder Ebay (kann verkauft werden)
    • Spenden (brauchst Du nicht, aber andere Menschen vielleicht schon) 
    • Verteilerkiste (ein Karton oder eine klappbare Einkaufskiste) Hier kommen die Dinge hinein, die nicht in diesen Raum gehören und auf die anderen Zimmer verteilt werden müssen.

 

Schritt 4

Schnapp dir einen Karton und mache deinen auserwählten Raum erst einmal voll. Ja genau, es kommt erst einmal was rein, bevor etwas heraus kommt. Aber nicht irgendetwas, sondern die Dinge in deinem restlichen Haus, die in diesen Raum hineingehören. Möchtest Du dein Badezimmer ausmisten, dann holst Du alle Kosmetikartikel, die Du in deinen Sport-, Hand- oder Jackentaschen findest. Ist es dein Ankleide- oder Schlafzimmer, dann sammelst Du vorher unter anderem alle Anziehsachen: aus dem Wäschekorb (Du kannst die Sachen vorher waschen), von der Leine, aus der Sporttasche usw. 

 

Diese Vorgehensweise ist aus mehreren Gründen wichtig: 

  1. Du hast alle Dinge einer Sachgruppe im Blick und kannst so sehen, was Du noch brauchst und was nicht.
  2. Dir wird bewusst, wieviel doppelte oder ähnliche Gegenstände Du besitzt - den meisten ist das überhaupt nicht klar und wir wundern uns über die Zahl 10.000.
  3. Wir sind in einem Raum fertig, finden aber noch etwas, was dort hinein gehört in einem anderen Zimmer und stellen es einfach gedankenverloren ins Regal oder legen es in die Schublade - schon geht das ganze Spielchen des Sammelns von vorne los und wir torpedieren unsere eigenen Bemühungen.
  4. Durch diese Methode verkleinerst Du schrittweise die Menge der Dinge in anderen Räumen, was das zukünftige Ausmisten verkürzt und leichter macht.

Passen manche Dinge in verschiede Räume? (Beispiel: Kosmetikartikel - ins Badezimmer und auf den Schminktisch im Schlafzimmer, Selbstgemalte Bilder der Kinder - auf dem Schreibtisch, am Kühlschrank und an die Pinnwand im Flur) Sammele diese trotzdem erst einmal ein. Wenn Du einen Überblick hast, was sich da so alles angesammelt hat, kannst Du die Sachen, die Du behalten willst am Ende wieder verteilen. Aber es werden weniger sein, wenn Du konsequent bist. 

 

Schritt 5

Jetzt hast Du alles beisammen und kannst loslegen.

Entscheide Dich abhängig von der Einrichtung für eine Reihenfolge, in der Du das Zimmer angehen möchtest. Gehe dabei strukturiert vor. Erst einen Schrank komplett ausmisten, dann gehts es zum nächsten usw. 

 

Schritt 6

Nehme jeden Gegenstand einzeln in die Hand und treffe eine Entscheidung, was Du damit machen möchtest. Sei konsequent und diszipliniert. Jedes Teil nimmst Du nur einmal in die Hand. Entscheide jetzt.

Kann das weg? Wenn ja, wie? Müll, verkaufen oder spenden/verschenken? Ab in die richtige Kiste oder Tüte damit.

 

Brauche ich es wirklich? Wenn ja, wohin damit? Gleicher Raum: Bestimme einen Platz oder sortiere es ein. Kommt es an einen Platz des Raums, den du noch nicht ausgemistet hast, lege es auf eine Fläche auf dem Boden. Gehört der Gegenstand in einen anderen Raum: Ab in die Verteilerkiste.

 

Es gibt nur diese beiden Hauptfragen: Behalten oder nicht? Klingt einfach, ist es in der Praxis aber oft nicht. Viele können sich von ihren Dinge nur schwer trennen - die Zahl 10.000 kommt nicht von ungefähr.

 

Schritt 7

Mache wieder ein Foto. Vergleiche, staune, genieße. Und genieße achtsam. Macht Dir bewusst, wieviel Ballast Du abgeworfen hast. Schau Dich um, und nehme die Veränderung war. Die vorher-nachher Bilder helfen Dir dabei.

 

 

Diese Vorgehensweise ist simpel aber sehr effektiv.

In den nächsten Wochen werde ich diesen Prozess des Ordnungsmanagements fortführen. Dabei werde ich die Frage erläutern, wie Du dich leichter von Dingen trennen kannst. Ein weiterer Artikel, wird sich damit befassen, wie Du die Dinge, die Du behalten hast, effektiv ordnest und sortierst.

Aber das richtige Ausmisten ist das Fundament für dauerhafte Ordnung.

 

 

 

Ich wünsche Dir viel Spaß bei der Umsetzung und Freude mit den entstandenen Freiräumen.  

 

Daniel Mohr

Dein Trainer & Coach für 

Ordnung, Klarheit und Struktur

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