Ich habe genug, ich will es anders...

Sobald alle Osterhasen eingeschmolzen, die gebrannte Mandeln zu Marzipan und Krümmel zu Spekulatius verarbeitet wurden, füllen sich die Regale ab Anfang September mit „frischen“ weihnachtlichen Leckereien. Natürlich finden es alle viel zu früh, aber irgendwie verschwindet das Zeug auf magische Weise trotzdem aus den Läden. Ab Anfang November zeigen sich die ersten Weihnachtsmänner, die den Job wohl zum ersten Mal machen und sich statt bequem mit dem Schlitten zum Schornstein zu fliegen, kletternd an Balkonen, Regenrinnen und Fenstersimsen abmühen…

 

 

Diese Entwicklung führt bei mir jedes Jahr dazu, dass ich kurz vor den eigentlichen Feiertagen eine große Sättigung von Weihnachten verspüre. Dann beginnen die drei Hardcore-Tage, die jedes Jahr schön und schön anstrengend sind. Hinzu kommt die Tatsache, dass ich mich gezwungen sehe, das süße Zeug bis spätestens Mitte Januar zu vertilgen, da ab Anfang Februar die Osterhasen-Saison beginnt. 

 


Da ich Ordnung und Klarheit nicht nur gerne im Wohnzimmer, sondern auch im Kopf habe, machte ich mir mit meiner Frau Gedanken darüber, wie wir Weihnachten für uns und unsere Kinder retten können. 

Wir wollten erreichen, dass unsere Kinder und wir uns auf das Fest wirklich freuen und die drei Tage als Höhepunkt der Adventszeit genießen können. Wir kamen zu folgender Lösung:

 

Vor dem 1. Advent wird nichts geschmückt, kein Weihnachtszeug genascht und auch nichts schon einmal auf Vorrat eingekauft. Wir laufen mit gesenkten Köpfen an den Dominosteinen vorbei und vermeiden den Blick über die ersten Etagen der Häuser. Absolute Abstinenz bis zum Tag X - dem 1. Advent. 

Am 1. Advent explodiert bei uns dafür die Adventsstimmung.

 

Wir kaufen an diesem Tag unseren Tannenbaum. Weihnachtsmusik wird angemacht, der Kinderpunch und Glühwein heiß gemacht und das ganze Haus und der Tannenbaum geschmückt.

Die Adventskalender werden aufgestellt und mit den ersten Türchen beginnt die Vorfreude auf Weihnachten.

 

Zum Nikolaus gibt es Süßkram, der Dank der großzügigen Großeltern unserer Kinder, Karius und Baktus bis weit über die Weihnachtstage mit Zucker versorgt. Nach den Danksagungen an den Nikolaus wird die Bitte, nächstes Jahr etwas weniger Süßigkeiten zu kaufen traditionell wiederholt.

 

Die Feiertage unterliegen ihren eigenen Gesetzen und so stürzen wir uns in das traditionelle Vergnügen. Das ist der große Höhepunkt der Adventszeit und wie jeder weiß, soll man aufhören wenn es am schönsten ist… oder halt kurz danach. Aber frei nach dem Motto: Nach dem Höhepunkt wird geschlafen und nicht gekuschelt, beenden wir den Weihnachtsmarathon.

 

Nachdem wir uns zwei Tage Ruhe gegönnt haben, ist Schluss mit dem Weihnachtsschmuck. Der Tannenbaum wird wieder in den Ursprungszustand gebracht und darf im Garten frische Luft schnuppern. Der restliche Weihnachtsschmuck muss seinen Jahresurlaub im Keller verbringen und am ersten Januar starten wir mit einem aufgeräumten Haus, frisch und mit klarem Kopf ins neue Jahr. Wir lassen also alles, was zum letzten Jahr gehört, auch dort.

 

Früher haben wir den Tannenbaum an Heiligabend geschmückt. Ich fand es aber schade, dass ich nach einer, gefühlt dreimonatigen Adventszeit und den Feiertagen, den Tannenbaum nicht mehr so richtig genießen konnte. Irgendwie hatte ich genug und die Weihnachtsluft war raus. Trotzdem blieb der Baum oft bis Mitte Januar stehen. Ich hatte das Gefühl, wir hatten eine fünfte Jahreszeit…

 

Unsere Art der Adventszeit ist etwas anders als üblich, aber für uns funktioniert es ganz gut. So haben wir vier intensive, aber sehr schöne Wochen im Jahr, die wirklich besonders sind und mit klarem Beginn und Ende, dem aufgeblähtem Konsum der letzten Jahre widersprechen. 

 

Wie ist es bei Dir? Schreibe gerne in den Kommentaren hier im Blog oder auf Facebook, wie Du es hälst.

 

Einen Dominostein kauend,

Daniel Mohr

Dein Trainer & Coach für 

Ordnung, Klarheit und Struktur

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