Ordnung im Kinderzimmer

Der große Kampf mit kleinen Menschen

 

„Bitte räume Dein Zimmer auf.“ 

„Mensch, wie sieht es denn hier aus…“ 

„Ist hier eine Bombe eingeschlagen?“   

Kennst Du das? Von Deinen Eltern, als Sie Dich genervt haben? Von Dir, wenn Du Deine Kleinen nervst? 

 

 

Wir meinen es gut, aber unsere kleinen Erdbewohner scheinen das nicht so wirklich nachvollziehen zu können.

Wir werden gebeten mitzuhelfen, aber die Hilfe endet in einem 80/20 Verhältnis. Leider ist der Zimmerinhaber selten für die 80% der Arbeit verantwortlich. 

Ist es dann endlich vollbracht, hält die Ordnung oft leider nicht länger, als man für das Aufräumen gebraucht hat. 

 Was ist zu tun?


 

Eine wesentliche Rolle dieser Konflikte spielen folgende Punkte:

  1. Die Eltern haben eine andere Vorstellung von Ordnung als Kinder. Sie setzten Regeln und Methoden ein, die im Wohnzimmer oder der Küche gut funktionieren, ein Kind jedoch überfordern können. 
  2. Erwachsene haben ein anderes Zeitgefühl. Wir können den ganzen Tag überblicken. Wir müssen Termine einhalten, arbeiten, kochen, aufräumen und vieles mehr. Das Aufräumen eines Zimmers ist für uns nur ein kleiner Teil des Arbeitspensums eines Tages. Ein kleines Kind hat aber nicht den ganzen Tag vor Augen. Es lebt und handelt im Hier und Jetzt. Es überblickt einen Zeitraum von 30 Minuten nicht, wie ein Erwachsener. Für ein Kind können 30 Minuten sehr, sehr lang sein.
  3. Die Kommunikation ist negativ. Wir sagen, was nicht stimmt, was nicht ordentlich ist, was anders sein sollte. Auch bei Kleinkindern setzt der typische Mechanismus ein, sich rechtfertigen, oder wehren zu müssen. Oft wird daraus Abneigung gegen bestimmte Dinge oder sogar Trotz. Darauf hin machen wir noch mehr Druck… ein Teufelskreis.

Die Lösung für diesen Konflikt ist simpel.

Sie erfordert von den Eltern aber Verständnis für das Kind und eine gewisse Toleranz an den Grad der Ordnung. Gerade bei Kleinkindern ist es sinnvoll die Messlatte nicht so hoch zu setzen und Fünfe mal gerade sein zu lassen.

 

Folgende Punkte helfen Dir dabei, Deinen Kindern und damit Dir selbst das Aufräumen einfach und kurz zu gestalten. Gleichzeitig helfen die Vorschläge dabei, die Ordnung ohne großen Aufwand (länger) zu halten.

  1. Benutze Kisten, Kartons, Boxen. Du findest im Internet für jedes Regal die passende Größe. Du kannst durchsichtige Kisten kaufen, damit Dein Kind sofort sieht, was sich dort befindest. Oder Du machst ein Foto vom Inhalt und klebst es vorne auf die Kiste.
  2. Teile das Zimmer in verschiedene Zonen auf. Eine Bücherecke (Bequemes Kissen, Bücher, Lampe), eine Ecke für Kuscheltiere, eine Bauecke unter dem Hochbett usw. 
  3. Fasse verschiedene Spielzeugarten zusammen und gebe Ihnen einen festen Platz im Zimmer:  Playmobil hat eine Kiste, Malsachen haben eine Kiste, Autos usw.)                                                                                      
  4. Begrenze die einzelnen Zonen sichtbar. Das kann ein Regal sein, der erwähnte Raum unter dem Hochbett oder auch ein Teppich. Das funktioniert auch gut in kleinen Zimmern. Durch einzelne Zonen wirkt das Zimmer selbst dann aufgeräumt, wenn auf dem Bauteppich am Fenster die Kunstwerke über Tage aufgebaut werden.
  5. Wenn Du kannst, wähle auf jeden Fall weiße Möbel. Das Zimmer wirkt heller, größer und freundlicher. Du kannst nach Monaten oder Jahren das Zimmer an den Geschmack deiner Kinder anpassen. Mit farbiger Bettwäsche, Gardinen, Teppichen oder Bildern kannst Du jedem Zimmer schnell und günstig ein neues Aussehen verpassen. Mit speziellen Aufklebern für Möbel, die es zu den verschiedensten Themen gibt, kannst Du aus einem Einhornzimmer eine Pirateninsel zaubern.

Du solltest deinem Kind bei den ersten Aufräumaktionen die Strukturen klar machen: „So, alle Kuscheltiere werden jetzt in die Bettecke geworfen. Gut, jetzt alle Legosteine in die blaue Kiste. Alle Bücher ins Bücherregal stellen.“ usw. 

 

Wichtig ist, dass es egal ist, wie die Bücher im Regal geordnet sind. Sie sind an einer Stelle und das Kind lernt, dass sie dorthin gehören. Für den Anfang reicht das völlig aus. Auch die Kuscheltiere können einen Plüschberg bilden. Egal. Alle Kuscheltiere wohnen in der selben Ecke des Zimmers. 

Befolgst Du dieses einfache Prinzip, wird das Aufräumen auf ein Minimum reduziert. Das Kind kann das Zimmer alleine aufräumen oder Du kannst ein Spiel daraus machen: Bin ich schneller mit den Bausteinen oder Du mit den Kuscheltieren? Auf die Plätze… „ 

 

Dieses Prinzip nutzen viele Eltern bereits, aber oft gehen sie noch einen Schritt weiter. Die Bücher sollen alle ordentlich ins Regal gestellt werden, die Kuscheltiere sitzen alle neben einander usw. 

Dieser Schritt überfordert aber manche Kinder und macht aus dem schnellen Aufräumen, eine lange und mühselige Angelegenheit. Im Vergleich zu einem Haufen Kuscheltiere, braucht das Hinsetzen und Ordnen der Plüschfreunde wesentlich mehr Zeit. 

Hat sich erst einmal eine Struktur und eine Ordnung im Kinderzimmer gefunden, kann man mit dem Alter des Kindes die Ordnung verfeinern. 

 

Beispiel: Lernt das Kind zum Beispiel in der ersten Klasse gerade das Alphabet? Super, kennt es den ersten Buchstaben, kann es alle Bücher, die mit „A“ anfangen an den Anfang des Regals stellen. Glaub mir, Dein Kind wird es gerne tun und stolz sein, den ersten Buchstaben zu kennen. Wenn Du dann noch einen Satz, wie „Stark, langsam baust Du deine eigene Bibliothek auf, wie ein Erwachsener.“ fallen lässt, hast Du gewonnen und dein Kind ist zwei Zentimeter größer.

 

Mit diesem System kannst Du das Aufräumen auch gut einteilen. Heute die Bauecke, morgen die Bücherecke usw. So wird es Deinem Kind noch leichter fallen, sein Zimmer ordentlich zu halten.

 

Und der Wichtigste Punkt zum Schluss: Loben, loben, loben.  Nichts motiviert mehr als ehrliches Lob, das gilt nicht nur für Kinder.  :-) 

 

Viel Spaß bei der Umsetzung!

 

 

Daniel Mohr

Dein Trainer & Coach für 

Ordnung, Klarheit und Struktur

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