Warum wir wissen sollten, warum?

Riskieren wir heute einige Gedanken zu den Gründen einer Aufräumaktion. 

Was möchte ich mit der Ordnung erreichen? Auf dem ersten Blick scheint die Frage einfach zu sein. Wir räumen auf, damit es ordentlich wird. 

 

 

Das ist in erster Linie richtig. Die Frage nach den Zielen des Ordnungsmanagements geht aber einen Schritt weiter. Was möchte ich mit der Ordnung bewirken? Hier gibt es unterschiedliche Motive: 

 


 

1. Platz schaffen: Mein Büro, mein Zimmer, meine Wohnung sind zu klein und ich brauche mehr Platz. Ich will mich freier bewegen und nicht das Gefühl haben, erdrückt zu werden. Ein Student in einer WG wird anders aufräumen, als ein Hausbesitzer. 

 

2. Ich möchte Gemütlichkeit: Die meiste Zeit des Tages verbringe ich in diesem Raum, er soll nicht steril aussehen, sondern Wärme ausstrahlen. Je nach Branche ist dies sogar die Voraussetzung für ein wohltuendes Arbeitsklima. Ein Psychologe oder Coach ist darauf angewiesen, dass sich seine Klienten gut, ja vielleicht sogar geborgen fühlen. Ein aus Edelstahl und Glas, funktional eingerichteter Raum, mit eingerahmten Bauskizzen berühmter Bauwerke an der Wand erfüllt den Zweck nicht. Mit diesem Anspruch räumen wir auf jeden Fall anders auf. 

 

3. Effizienz steigern: Ich möchte an meinem Arbeitsplatz, in der Küche, im Hobbykeller usw. alles ordentlich, aber auch griffbereit haben. Ich möchte nicht jedes Mal aufstehen, wenn ich ein Utensil brauche, weil diese zwar sorgfältig nach Größe und Farben sortiert sind, aber nicht in Reichweite. Sie liegen in der Abstellkammer oder im Schrank auf der anderen Zimmerseite. Hier muss die Ordnung, die ich schaffe anders aussehen, als die, wenn ich Platz brauche. 

 

4. Auftritt verbessern: In meinem Büro empfange ich vor allem Geschäftspartner, Mitarbeiter und Kollegen. Hier finden die Besprechungen statt, die Verhandlungen, die Begrüßungen, bevor ich den potenziellen Auftraggebern das Unternehmen zeige. Ich arbeite nur wenig in diesem Büro. Projekte werden oft bei den Kunden erarbeitet, weitergeleitet oder von zu Hause aus geschrieben. Hier unterzeichne ich nur die finalen Verträge. Der Schreibtisch wird hier ganz sicherlich anders aussehen, als der in meinem Heimbüro, dass außer mir, niemand zu Gesicht bekommt. Funktionalität weicht hier der Ästhetik. Das kann sein, muss aber nicht, denn: Hier kommen wir zu Nummer 5.

 

5. Oft ist es ein Zusammenspiel der einzelnen Ziele mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Ich möchte in meinem Büro zwar effizient arbeiten, aber mich auch wohl fühlen. Ich möchte möglichst alles griffbereit haben, aber nicht im Schatten der Schränke und Regale arbeiten müssen. 

 

Es ist wichtig, sich Gedanken zu machen, warum ich überhaupt aufräumen möchte. Viele Menschen tun es nicht und schaffen „einfach“ nur Ordnung. Das Ergebnis ist oft, dass schon nach wenigen Wochen oder sogar Tagen die Umgebung, wieder genauso aussieht, wie vor der Aufräumaktion. Sie können beispielsweise nicht flüssig arbeiten, weil sie das nötige Werkzeug nicht parat haben. Nach der Benutzung, gehen wir nicht wieder die vier meter zum Schrank und räumen es ordentlich ein, weil wir in Gedanken schon beim nächsten Arbeitsschritt sind. Befinden wir und im Arbeits-Flow, legen wir das Werkzeug einfach beiseite und arbeiten weiter. Die erste Saat für die Unordnung ist gesetzt. 

 

Dies möchten wir aber mit unserem Ordnungsmanagement verhindern. Und genau dafür ist es so enorm wichtig, dass wir unsere Aufmerksamkeit für unsere Ziele schärfen. 

 

Viel Spaß beim Gedanken machen…

Daniel Mohr

Dein Trainer & Coach für 

Ordnung, Klarheit und Struktur

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